Das Team KI & TEI des Kuratoriums hat die IDE Cimbern School 2026 in Würzburg erfolgreich absolviert
von Heike Arnold
IDE Cimbern School 2026 legt Grundlage für digitalen Korpus der zimbrischen Sprache
Velden / Würzburg – Im Rahmen der IDE Cimbern School 2026 haben Mitglieder des „Team KI & TEI“ des Cimbern-Kuratorium Bayern e. V. an einer intensiven Schulung zu den Auszeichnungssprachen XML und TEI (Text Encoding Initiative) teilgenommen. Ziel war es, die methodischen Grundlagen für den Aufbau eines digitalen Korpus der zimbrischen Sprache zu erarbeiten.
Am ersten Schulungstag standen die Grundlagen von XML im Mittelpunkt. Dabei wurde deutlich, dass es bei dieser Technologie nicht um die Darstellung von Texten geht, sondern um deren strukturierte Beschreibung. Inhalte können so eindeutig gekennzeichnet und später systematisch ausgewertet werden.
Darauf aufbauend wurde am zweiten Tag mit der TEI ein international etablierter Standard der Digital Humanities eingeführt. Anhand des Lukasevangeliums in zimbrischer und italienischer Sprache erarbeiteten die Teilnehmenden praxisnah die Struktur eines sogenannten TEI-Headers, der zentrale Metadaten zu Texten erfasst. Zudem wurden erste Schritte in der inhaltlichen Kodierung von Texten umgesetzt.
Am dritten Tag wurde die Arbeit mit TEI anhand einer Audioquelle vertieft. Dabei ging es insbesondere um die Transkription gesprochener Sprache und deren linguistische Annotation. Diese Übungen verdeutlichten das Potenzial von TEI als Werkzeug zur wissenschaftlichen Erschließung von Sprachdaten.
„TEI ermöglicht es, Texte nicht nur zu dokumentieren, sondern sie als strukturierte Daten für Forschung und Analyse zugänglich zu machen“, so das Fazit aus dem Teilnehmerkreis.
Für das Cimbern-Kuratorium Bayern e. V. ergibt sich daraus eine klare Perspektive: Die im Rahmen der Schulung erworbenen Kenntnisse bilden die Grundlage für die Mitarbeit am Aufbau eines digitalen Korpus der zimbrischen Sprache. In Zusammenarbeit mit der Juniorprofessorin Elisa Cugliani soll ein Datenbestand entstehen, der schriftliche und mündliche Quellen zusammenführt und langfristig für Forschung und Vermittlung nutzbar ist.
Gerade für eine bedrohte Minderheitensprache wie das Zimbrische ist ein solcher Korpus von großer Bedeutung. Er trägt dazu bei, sprachliches Wissen zu sichern, zugänglich zu machen und für kommende Generationen zu bewahren.
Neben den fachlichen Inhalten war die IDE Cimbern School auch durch einen intensiven Austausch geprägt. Jun.-Prof. Dr. Elisa Cugliana (Universität Köln) und Torsten Roeder, die beiden Dozenten, vermittelten die komplexen Inhalte mit großer Klarheit und Offenheit für Fragen. Zugleich bot die Schulung Raum für persönliche Gespräche und fachlichen Austausch in kollegialer Atmosphäre.
Torsten Roeder überzeugte dabei nicht nur durch seine fachliche Expertise in XML und TEI, sondern auch durch organisatorisches Geschick und seine Ortskenntnis. In Begleitung der beiden Experten lernte die Gruppe außergewöhnliche Würzburger Lokalitäten kennen und ließ die arbeitsintensiven Tage in angenehmer Umgebung ausklingen.
Mit der IDE Cimbern School 2026 ist ein wichtiger Schritt hin zur digitalen Dokumentation und wissenschaftlichen Erschließung der zimbrischen Sprache gelungen. Zugleich zeigt das Projekt, dass digitale Methoden und der Einsatz Künstlicher Intelligenz eine zeitgemäße Fortführung des in § 2 der Vereinssatzung verankerten Auftrags darstellen, indem sie neue Wege eröffnen, die Sprache und Kultur der Cimbern zu dokumentieren, zu erforschen und nachhaltig für kommende Generationen sowie den europäischen Austausch zugänglich zu machen.